Experimentierräume in der ehem. Carl v. Ossietzky Schule, Wiesbaden

Experimentierräume in der Carl v. Ossietzky Schule, Wiesbaden

Kategorie: Städtebaulich-freiraumplanerischer Wettbewerb
Ort: Wiesbaden
Auftraggeber*in: GWW Wohnbaugesellschaft
Zeitraum: 01/2024 – 04/2024
Status: abgeschlossen
verantwortlicher Partner: Felix Nowak
Team: Lauerenz Peters
Kooperation: el:ch landschaftsarchitekten

Die ehemalige Carl von Ossietzky Schule in Wiesbaden Klarenthal wurde von der Stadt zu einem Experimentierraum gemacht. Der Bau aus den 70er Jahren genügte den Brandschutzvorschriften nicht mehr. Wegen der Grauen Energie sollte jedoch möglichst viel des Gebäudes erhalten bleiben.

Der Entwurf sieht ein kompaktes, durchgrüntes Quartier vor. Es gibt vielfältige Wohnangebote sowie Möglichkeiten für einen intensiven sozialen Austausch. Bei den Nutzungen der Naturräume sind sowohl Freizeitnutzung sowie Ökologie bedacht.

Der südliche Teil des Geländes wird vollständig von Bebauungen freigehalten und über einen Wipfelpfad in das Wegesystem der Parklandschaft eingebunden. Die bestehende, ökologisch wertvolle Wildnis wird zum Gegenpol der horizontal gestapleten Landschaft im Norden, sorgt für eine hohe Biodiversität im Quartier, die in einer Träger*innenschaft aus Nachbar*innen, Nutzer*innen und Stadt bewirtschaftet und kuratiert wird. Der wilde Experimentierraum breitet sich schrittweise als nachhaltige und pflegearme Struktur im umliegenden Quartier aus. Die Nutzungsintensität entwickelt sich aus dem dichten urbanen Wohnumfeld mit grünen Laubengängen und produktiven Dachgärten, über vielfältige Freizeitaktivitäten im Garten vor der ehemaligen Schule bis zum Wäldchen für Fauna und Flora. Die Baumbestände werden so weit wie möglich erhalten und über Anpassungen der Höhenlagen im EG werden die Neubauten sensibel in die bestehende Topographie eingefügt.

 

 

 

Die neuen Baufelder gliedern sich um die ehemalige Schule. Die Dächer der Schule werden in verbindende Elemente transformiert. Im Sockelbereich werden die neuen Wohnblöcke aus Stahlbeton ausgebildet und bilden eine Tisch-Funktion aus, auf denen vorgefertigte Holzmodule gestapelt werden. Die Holzmodulbauweise ist nicht nur von Materialseite aus ökologisch sondern auch hinsichtlich der Möglichkeit zu einer flexiblen Raumaufteilung. Durch die Vorfabrikation können zudem sowohl die Baustellenzeiten als auch die Kosten reduziert werden.
Die Betonstruktur der ehemaligen Schule bleibt weitgehend erhalten. Die Schule wird zum nachbarschaftlich organisierten Quartierszentrum mit einer Dachterrasse, die als Wohnhof im ersten Obergeschoss von dem Blick in den Park profitiert. Die Schule ist Bindeglied zwischen den neuen Wohngebäuden, bleibt jedoch als „Experimentierraum Alte Schule“ im Eigentum der Stadt. Einzelne Einheiten, wie die Kita oder das Café können separat vermietet, bzw. temporäre Nutzungen von Werkstätten oder Arbeitsräume digital gebucht werden. Erschließung, Nebenräume und Fahrradstellplätze für die Wohngebäude können als Vereinigungsbaulast ebenfalls hier vorgesehen und baurechtlich gesichert werden.